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Im Fluss bleiben: Standpunkte und bewusstes Erschaffen

Photo by Jon Flobrant on Unsplash, Danke
Photo by Jon Flobrant on Unsplash, Danke

 

Während ein Mensch, der fest in seiner Persönlichkeit verankert ist und alle Widersprüche dazu in den Schatten verdrängt, Standpunkte und Meinungen zu allem und jedem bildet (er wird auch ständig dazu aufgefordert zu urteilen), ist es das Anliegen eines Mitschöpfers, in seinem Bewusstsein flüssig zu bleiben.  In den letzten Monaten und Jahren konnte ich beobachten, dass viele Menschen "aufwachten" und plötzlich merkten, dass um sie herum etwas ganz anderes vorging, als sie bisher dachten. Sie hatten sich getäuscht mit ihren Grundannahmen zu dieser Welt. Und waren nun schockiert und maßlos ent-täuscht.  Klar, dass sie sich nun für die "Aufgewachten" hielten und weiter forschten, was es noch so alles zu entdecken gab, stellte man nur die richtigen Fragen.

Im Prozess verstehe ich unter ' Aufwachen' etwas anderes: Das Unbewusste wird mit dem Bewussten zusammengeführt und die Persönlichkeit und feste Meinungen und Standpunkte lösen sich dabei auf. Durch Integration von Schwarz-Weiß-Denken wird eine maximal vielseitige, bunte Farbigkeit der schöpferischen Realität wieder hergestellt.  Es gibt keinen Standpunkt, den man verteidigen oder durchziehen muss. Es wird immer wichtiger, den eigenen Impulsen zu folgen. Dafür muss man sie von fremden unterscheiden können. Das wiederum bedeutet, man muss sich an das Gefühl erinnern, mit dem man sie erschaffen hat. Ein Impuls, der sich genauso anfühlt, ist die bestellte Antwort. Und da es sich um ein äußerst kreatives Universum handelt, haben wir uns diesen Impuls nur selten vorstellen können.

Nehmen wir ein konkretes Beispiel. Da hat jemand alle wichtigen Erkenntnisse zusammengetragen zu einem Thema. Nun kann er entweder aus der Persönlichkeit heraus ein Urteil bilden, möglichst noch mit Einbeziehung von Gefühl und Verstand, und dieser Einschätzung dann folgen, komme, was wolle. Auch auf die Gefahr hin, dass er einen bestimmten Lebensausdruck nicht frei entfalten kann. Bei einem solchen Einfluss kann man entweder biegsam bleiben wie ein Grashalm oder starr wie ein Baum.  Es gibtso viel mehr Variablen zu beachten, als uns überhaupt bewusst sein kann. Und es ist immer möglich, dass dieser Mensch mit festen Standpunkten an der falschen Stelle "wächst" und deshalb unter die Räder der Geschichte gerät. Wenn das seine Lebensaufgabe ist, muss er das auch tun, um er selbst zu bleiben. Hat er aber eine andere Aufgabe als sein wahres Ich erkannt, ist es für ihn vielleicht wichtiger, am Leben zu bleiben und seine Existenz zu sichern.

Ein Mitschöpfer kann die gleichen Erkenntnisse nutzen, um bewusst zu erschaffen. Sagen wir, er ist besorgt wegen unerwünschter Einflüsse, die ihn von allen Seiten bedrängen. Er hat das erkannt. Das ist eine Wahrnehmung, ein Urteil wäre dann, dies alles schlecht zu finden und böse zu verurteilen. Es kann natürlich sein, dass er sich auch dazu hinreißen lässt. Nicht weiter schlimm, aber was wünscht er sich denn in dieser Situation? Er formuliert es in Frageform: "Was ist dazu erforderlich, dass ich mit meinem Körper, meinem Umfeld und mit meiner besten Zukunft bei gleichzeitigen maximalen Beitrag zum Wohle aller möglichst kraftvoll und gesund durch diese Einflüsse hindurch navigiere? Alles, was dies verhindert, verfälscht, verdreht und verzögert..". usw. (siehe Anleitung im Buch). Nun merkt er sich noch das Gefühl, was er während der Formulierung hatte. Kommt nun ein Impuls, und sei er noch so verrückt, der sich deutlich genauso anfühlt, ist das der nächste Schritt für das, was er erschaffen will. Erst im Nachhinein, wenn er dem Impuls gefolgt ist, versteht er mit der resultierenden Erfahrung, warum er es getan hat. Ein Mitschöpfer versteht seine Handlungen rückwärts, sie machen im Nachhinein immer Sinn. Ein Persönlichkeitsmensch versteht seine Schöpfungen vorwärts, seine Handlungen machen in dieser Richtung Sinn. Im Nachhinein ist er dann eher überrascht, wenn die erwünschte Wirkung ausblieb. Und dann kommen neue Erkenntnisse. Neue Impulse, neue Schöpfungen oder kritische Planungen einem Standpunkt entlang.

Wenn wir unser Leben sehen als einen stetig dahinströmenden Fluss, so versucht der Mitschöpfer, die Strömung (die ja einfach gegeben ist) maximal auszunutzen um in seinem eigenen Leben und mit seinen eigenen Wünschen und Schöpfungen Fahrt aufzunehmen. Er wird sich also  immer wieder vom festen Ufer der Standpunkte und Meinungen abstoßen, um zurück in die Flußmitte zu kommen, während ein Persönlichkeitsmensch sich an jedem gewachsenen Meinungsgestrüpp des Ufers erneut festhält, und seine Standpunkte benutzt, um sich gegen weitere Veränderung zu schützen. Auch die neu Aufgewachten im Zeitgeist halten sich an einer Realität fest, einer anderen, sie klammern sich nur ans andere Ufer.

Der Mitschöpfer steht auf einem Floß seines wahren, sich immer in Veränderung befindlichen kreativen Selbsts, das er unabhängig vom Zeitgeist aus der Ewigkeit heraus gebastelt hat. Er reagiert nicht, selbst wenn es von außen sowirkt.  Er agiert aus seinem Bewusstsein und aus seinen Impulsen heraus. Und Bewusstsein, das eine genügend hohe Schwingung hält, kann jeden noch so negativen Einfluß neutralisieren.  Es kann sogar den Tod akzeptieren als Folge äußerer Einflüsse. Viele, die in Atlantis inkarniert waren, können sich noch daran erinnern, dass sie freiwillig die Bühne der damaligen Welt verließen, als die Würfel gefallen und an der Richtung (Abgrund) nichts mehr zu ändern war und jegliche weitere Bemühung umsonst. Es machte für sie keinen Sinn mehr zu leben. 

Das ist heute anders. Trotzdem: Jeder Einzelne muss in seinem Bewusstsein zum Mitschöpfer werden oder die Wellen des Zeitgeistes werden in erfassen und mit sich reißen.  Wir leben in einem Zeitfenster, wo das fluide Bewusstsein immer wichtiger wird. Und wir lernen gerade, auf den Wellen des Zeitgeistes zu surfen.

Ergo: Niemand kann die Handlungen eines anderen verstehen, selbst rückwärts nicht. Denn er kennt ja seine formulierte Schöpfungsabsicht nicht. Jeder muss sich mit jedem Impuls am eigenen Schöpf erneut aus der Brühe ziehen. Mein Rat: Vollende den Prozess und übe bewusstes Erschaffen. Und dann trainiere, mit deinen Impulsen über den Zeitgeist zu surfen!

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