Der Burnout war mein Weg



Es könnte auch deiner sein

 Wenn du die richtigen Voraussetzungen mitbringst, geht es bei deinem Burnout nicht um weniger, sondern um mehr. Es geht darum, dein volles Potential zu heben und zu leben und ein fantastisches neues Leben zu erfahren. Und das beginnt jetzt.


Eine ganz andere Sichtweise

Ich schlage dir vor, den Burnout einmal als deinen Weg zu dir selbst zu betrachten, weil das dir viel mehr Handlungsspielraum und Eigenverantwortung gibt. Und es nimmt dir den Leidensdruck. Was hast du schon zu verlieren?  Dann kannst du dich ganz auf eine bessere Zukunft konzentrieren.


Dein Burnout könnte dein Weg in die Meisterschaft sein


 

Du bist dieser Typ Mensch, mit dem ich arbeiten will? Ich kann dir dennoch nur helfen, wenn du bereit bist, dein Weltbild komplett auf den Kopf zu stellen und dich für einen festen Zeitraum zu verpflichten, mit mir zu arbeiten. Einzelne Coachings wären da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. In einem Zeitraum von sechs Monaten will ich mit dir deine Situation erfassen und dein zukünftiges Leben neu kartieren. Und dich dann Schritt für Schritt in dein fantastisches neues Leben lotsen. Du lernst bewusst, dir immer noch besser dieses Leben zu erschaffen. Es ist dein Weg in die Meisterschaft.

 

Als erfahrene Mentaltrainerin und spirituelle Lehrerin mit viel Erfahrung auch in der Erwachsenenbildung sammele ich neue Informationen für dich und erstelle dir individuelle Lehrmaterialien. Unsere Coachings werden gespeichert, so dass du sie immer wieder abrufen kannst. Ich entwickele hilfreiche Materialien passend für dich. Während du dich also darum kümmerst, dass dein Leben weiter funktionierst, schickst du mich aus, um mich um deine Zukunft zu kümmern. Falls du etwas benötigst, was ich noch nicht kann oder weiß, werde ich es lernen. Ich versorge dich mit allem, was du brauchst, um dein Leben zu meistern.


Und dann machst du das einfach.



Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter

und verwende dafür den Vergleich mit der Raupe. Innerlich ist das wirklich so, auch wenn sich dein Körper nicht so drastisch verändert wie bei der Raupe. Es passiert vor allem emotional, mental und auf höheren Ebenen. Du ziehst immer stärker deine Potentiale in diese Realität und erfährst eine klare Verbindung zu deinem Höheren Selbst. Deine - nur scheinbar - unnütze Junk-DNA ordnet sich neu. Du entwickelst dadurch neue Fähigkeiten, aber auch neue Empfindlichkeiten. Wenn du dich dann nicht wie eine Raupe in einen Kokon zurückziehen kannst, bis die gröbsten Veränderungen passiert sind, holt dich dein Körper mit Burnout Symptomen raus aus dem Stress. Das tut er, weil er überleben will.



 

Es ist wie bei der Raupe

 

Der Burnout ist ein radikaler, transformativer Prozess, fast schon vergleichbar mit der Entwicklung der Raupe zum Schmetterling. Etwas, vieles oder alles in deinem Leben will sich auflösen und verändern. Vermutlich weiß die Raupe selbst noch nicht, was kommt.

 



Dein(e) Körper verändern sich

Und damit meine ich alle deine Körper. Alle seelischen Verbindungen und höheren Strukturen, die dich mit Lebenskraft aus höheren Ebenen und aus der Quelle selbst versorgen. Innerlich ist deine Veränderung längst geschehen, sie ist auch nicht mehr rückgängig zu machen. Du mutierst. Irgend etwas hat das angestoßen. Akzeptiere es.
Wäre es nicht ziemlich unsinnig und vergeblich, wenn eine Raupe ihre Verpuppung aufhalten wollte?



Von der Raupe zum Schmetterling

Ob eine Raupe weiß, dass alles in Ordnung ist und sich ihr altes Leben nur grade auflöst, um ein wunderschöner Schmetterling zu werden? Meine Botschaft als eine Betroffene zur anderen ist: Du bist nicht krank. Alles ist in Ordnung. Mit dir und mit deinem Leben. Du hast auch nichts falsch gemacht. Du bist im Gegenteil total "richtig".
Freu dich auf dein neues Leben und bringe die Veränderung elegant, zügig und mit Spaß hinter dich!


Burnout ist Veränderung.

 

Widerstand gegen eine anstehende Veränderung macht krank. Und natürlich die Angst davor. Doch du bist nicht krank. Wenn schon, dann denkst und fühlst du "krank". Und folgst Experten statt deinem eigenen inneren Wissen. Für mich bist du ein potenter Mitschöpfer deiner eigenen Wirklichkeit, der gerade die Meisterschaft im Erschaffen studiert. 

 


Warum fühlt sich dein Leben dann noch nicht so an? Das lass uns gemeinsam herausfinden und ändern!

 

 



So kann man es auch sehen

Du hast dich weiter entwickelt, nun muss dein Körper und dein Leben deinem neuen Bewusstsein angepasst werden. Stellst du das erste Mal die volle Verbindung zu deiner Seele her, zeigt sich dies als Umbruch und  Aufbruch.  Und wenn du viele Jahre späte auch noch die Meisterschaft beabsichtigst und die Hebung deines vollen Potentials, dann kommt eine weitere, krisenhafte Anpasung auf dich zu.

 

Doch alles wird gut! Erfahre hier unten mehr über die lange, dunkle Nacht der Seele (früher auch Midlife Crisis genannt) und die zweite Übergangsphase zur Integration noch weit höherer Ebenen in deinen Körper, was ich den "Aufstieg" oder den "Abstieg von noch mehr göttlichen Ebenen in deinen Körper" nenne.


Gehen wir mal in die Tiefe...


Der Verlauf eines Burnouts nach Wikipedia (gekürzt)

 

Herbert Freudenberger und seine Kollegin Gail North haben zwölf Phasen im Verlauf des Burnout-Syndroms identifiziert. Die Reihenfolge muss jedoch nicht wie in der folgenden Auflistung verlaufen: 

 

- Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen, extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können 
- Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte,  Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte 
- Zweifel am eigenen Wertesystem sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
- Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranzgrenze 
- Rückzug und dabei Meidung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum
- offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit 
- Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch 
- innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen 
- Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit 
- erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs


Das alles klingt schlimm. Sehr schlimm.


 

Wenn du in die Psyche einer Raupe schauen könntest, die sich gerade zu verpuppen beginnt oder sich schon ganz im Umbruch befindet, würdest du vielleicht ähnliche Gedanken vorfinden. Natürlich ist eine Raupe in ihrer Transformation nicht belastbar und teamfähig und so wie immer! Sie ist doch gerade mit ihrer eigenen Umwandlung beschäftigt! Die Natur hilft ihr dabei, indem der Prozess der Veränderung in einem schützenden Kokon stattfindet, der an einen Ast geklebt wurde.

 


Nur wir Menschen sind so dumm, uns selbst keine Auszeit zu gönnen. Wir spinnen uns nicht in einen Kokon und warten nicht einfach in Ruhe ab, was da an Mutation im Körper neu ankommt. Wir machen stattdessen immer weiter, wir müssen ja. Also holt uns der weiseste unter den Körpern (unserer) raus aus der Situation (Krankschreibung bis hin zur Berufsunfähigkeit) und klebt uns ans Sofa zuhause. Welch eine gute Entscheidung!

 

Doch reden wir mal von dir ...

 

Du hast die Hilfe von Experten in Anspruch genommen: medizinisch, psychologisch und alternativ. Doch die Symptome kommen dennoch immer wieder zurück? Dann musst du doch etwas übersehen haben. Nur was? Deshalb habe ich selbst auch immer weiter gesucht. Weiter ausprobiert. Bis heute. Zwanzig Jahre praktische Forschung. Tipps und Tricks.

 

 

 

Was wäre, wenn es noch ganz andere Erklärungen und Lösungen gäbe und du hättest bisher nur den Schlüssel unter der Laterne gesucht, weil da alle suchen. Dabei hast du ihn ganz woanders verloren?Ich habe für mich neue Erklärungen und Lösungsansätze gefunden und die halfen mir wesentlich besser. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass es sich zumindest bei denjenigen, die wie ich im sozialen oder schulischen Bereich motiviert, engagiert und vielseitig interessiert gearbeitet haben und privat viele gute soziale Kontakte unterhielten und dabei angeblich ihr Helfersyndrom nur zu perfektionistisch und mit zu hohen Ansprüchen auslebten, um genau die Raupen-Menschen handelt, deren Seele sie gerade einer Reifeprüfung unterzieht. Die sich langsam in einen Kokon enspinnen um durch ihre Transformation zu gehen.

 

Juchu, du mutierst!

 

Die Anbindung deiner Seele erweitert sich, die Schwingung erhöht sich, neue hohe Strukturen kommen hinzu und andere werden nicht mehr gebraucht. Du entwickelst dich weiter! Freu dich! Das Ganze sind Wachstumsschmerzen und Veränderungskrisen!

 

 

 

Kurz und gut: Dein Körper ist gerade eine Baustelle. Das ist schon alles.

 

 

 

Wenn du jetzt jammerst: "Nein, ich will den Umbau nicht, ich brauche keine neuen Fenster", so stört das deinen Bauherrn (deine Seele) nicht die Bohne. Der Eigentümer (Höheres Selbst) dieses Hauses (dein Körper) hat nur den alten, ursprünglich ersten und lange verschollen geglaubten Bauplan wiedergefunden und hat sich mit dem Amt für Denkmalschutz kurzgeschlossen wegen der Fördergelder, und nun wird dieser Körper renoviert. Unweigerlich. Ob du willst oder nicht.

 

 

 

Und da dieses Haus noch aus einer viel höher entwickelten Zivilisation aus viel höheren Dimensionen stammt, darfst du gespannt sein, wie super modern alles wird. Wieviel neue Talente du entwickeln und wie viele neue Potentiale du entdecken wirst. 

 

 

 

Gut, Baustelle ist erst mal Baustelle. Das macht keinen Spaß. Es fällt dir leichter, wenn du dich schon auf das renovierte Haus freust und dann so gut es eben geht, mit der Baustelle lebst. Gerne helfe ich dir dabei.

 


Entscheide dich:

Boykott des Umbaus oder Freude an der Entwicklung?


 

Gehst du in den Widerstand und machst alles nur noch schlimmer, oder freust du dich auf das neue Haus? Es ist schon viel gewonnen, wenn du die verschiedenen emotionalen, mentalen und körperlichen Zustände nicht verstärkst, sondern sie einfach so annimmst wie die Wettervorhersage. Wenn wir in unserem ersten Gespräch herausfinden, dass dein Körper gerade nur umgebaut wird und du die seelischen Reifeprozesse getrost abwarten kannst, dann kann ich dir helfen. Sehr gut sogar, denn ich habe ganz neue Lösungsstrategien dafür entwickelt, die weit über eine Wellness-Spiritualität hinaus gehen.

 

 

 

Seit meinem ersten Burnout 1996 und einem zweiten danach lebe ich als Betroffene mit den Folgen. Und es geht mir so richtig gut. Doch ich passe auch auf.

 

 

 

Wenn du dich zu meinem Cooaching entscheidest, werde ich alles dran setzen, dass dir erspart bleibt, was mir aus Unwissenheit und Unerfahrenheit widerfahren ist. Du profitierst von Theorie und Praxis aus über 20 Jahren Leben mit Burnout, einer damit exponentiell angestiegenen Hypersensibilität und ihren Folgen, meinem psychologischen, theoretischen Hintergrund und meiner Erfahrung als vollständig inkarnierte Aufgestiegene Meisterin. 

 

 

 

Gerne lotse ich dich durch den Burnout in die Meisterschaft! Wir schaffen das. Wir er-schaffen das.

 

 

 

Wenn du mir das damals erzählt hättest, ich hätte mir an die Stirn getippt und zu dir gesagt: "Bei dir piept's wohl!" Nun, ich hoffe, du kannst dich etwas mehr für meine - nur scheinbar absurden - Behauptungen erwärmen. Was zählt, ist doch, dass es hilft. Und da bin ich ganz pragmatisch. Ein wenig Verrücktsein hat noch keinem geschadet. 

 

 

Entscheidend ist doch, was hilft. Mir hat es bereits geholfen.


Eigene Erfahrungen mit Burnout


Mein erster Burnout 1996

(Es war im Frühjahr des Jahres 1996. Ich war nach meinem Umzug von Idar-Oberstein nach Berlin an eine Ganztags-Gesamtschule im Wedding gewechselt.)

 

Von Unverständnis und bürokratischen Hürden umgeben und mit Schulfächern betraut, deren Inhalte mich kaum noch interessierten, brach ich dann zusammen. Nicht die Kinder hatten mich geschafft, obwohl die bei meiner zunehmenden Verwirrung auch anstrengender wurden, nein, die Strukturen waren es. Und mein Ehrgeiz, das, was wirklich wichtig war, auch in der Schule unterzubringen. Schließlich hatte ich auf dem Weddinger Schulhof das erste Mal eine Gang türkischer Mädchen kennengelernt, davor hielt ich Gewalt für das Privileg der männlichen Pubertät und Spätpubertät. Wo, wenn nicht an dieser Schule, hätte man meine Inhalte (ich war ausgebildete Schulmediatorin) mehr gebraucht? 

 

Da war er also, mein erster Burnout, begleitet von verwirrten Zuständen, tiefer Depression, Heulanfällen und vollkommener Orientierungslosigkeit. Ich kompensierte das erst einmal wie gewohnt mit Essen bis zum Umwinken. Die spirituellen Rituale, die ich mir in den letzten Jahren angewöhnt hatte und die mir bisher immer halfen, liefen plötzlich ins Leere. Die alten Beziehungen waren zu Ende, die befreundeten Kollegen konnten mit dem hilflosen Bündel, das ich nun war, nichts mehr anfangen. Mein geliebter Lehrer Danaan Parry war zwischenzeitlich auch verstorben und ich musste vollkommen neu anfangen. 

 

Die Geborgenheit meines Schutzengels ging jedenfalls für lange verloren, aber dafür kamen neue interessante Leute und Wendungen in mein Leben und ich suchte und fand neue Lehrer. Sie ersetzten für eine Weile den Schutzengel und mit der Zeit gewann ich auf einer höheren Ebene auch meine Intuition zurück. Schließlich begann ich eine tiefenpsychologische Therapie bei einer Neurologin/Psychiaterin und stabilisierte mich langsam über die nächsten Jahre in über hundert Sitzungen wieder. Nach neun Monaten konnte ich wieder arbeiten, diesmal an einer Sonderschule in Pankow. Gleichzeitig studierte ich berufsbegleitend den Sonderschullehrer für Lernen und Verhalten. Das war toll! Mit Fünfzig sollte jeder noch mal studieren, man kommt mit ganz anderen Fragen aus der Praxis. Ich nutzte die Zeit zu Vorlesungen, Übungen und Referaten, die mir neue Antworten gaben. 

 

Erst viele Jahre später erkannte ich, dass ich durch die lange dunkle Nacht der Seele gegangen war. Mein Streben nach Verbindung mit dem Göttlichen hatte gefruchtet: Die Seele über mir war scheinbar weg, dadurch fühlte ich mich plötzlich so mutterseelenallein. Doch sie war nur in meinen Körper gepurzelt! Es war kein Schutzengel mehr über mir, der mich führte! Und diese Seelenebene musste sich nun erst einmal mit dem Körper und mit dieser Realität anfreunden. Ich - das neue Ich - musste neu lernen, wie Leben funktioniert. Während ich vorher meine Antworten im Außen, in Büchern und bei Lehrern gesucht hatte, zwang mich mein Burnout nun auf eine Suche nach innen. 

 

Neben den regelmäßigen Sitzungen bei meiner Neurologin holte ich mir Sitzungen aus dem ganzen exotischen Katalog an alternativen Heilmethoden, die damals in Berlin in Mode waren, unter anderem in Rolfing und Rebirthing. Letzteres beeindruckte mich als Methode der Trauma-Heilung so sehr, dass ich mich darin sogar ein Jahr lang ausbilden ließ. Was ich mache, mache ich in der Regel auch gründlich. Ich studierte den Kurs in Wundern und führte die angefangene Reiki-Ausbildung bis zum Lehrer weiter. Ich nahm außerdem unzählige Heilsitzungen bei befreundeten Geistheilern, denen es schließlich gelang, meine Aura zu schließen (die durch einen Missbrauch in der Kindheit eingerissen war) und die alten Besetzungen aus Atlantis zu entfernen. Da ich mir immer wieder neue Besetzungen einfing, blieb mir nichts anderes übrig, als das auch noch selbst zu lernen. Ich lernte, Verstorbene wahrzunehmen und ins Licht zu schicken und fand noch oft Anlass, dies zu tun. 

 

Es muss kurz nach Danaans Tod (meines spirituellen Lehrers) und nach dem Burnout gewesen sein. Immer noch recht orientierungslos, suchte ich eines Tages Hilfe und Anregung bei dem Medium Claire Avalon im Saarland. Sie war mir von meiner langjährigen Geistheilerfreundin empfohlen worden. In ihrer Sitzung teilte sie mir mit, dass mein Meister Sanat Kumara heiße. Damit konnte ich erst einmal nichts anfangen, bisher hatte ich mich ja an meinem Buddhisten, an Peter Haich, Danaan, vielen befreundeten Earthstewards und der Steyerberger Schule für Mediation orientiert. Dass sich da ein unsichtbares Wesen als mein Meister vorstellte, befremdete mich, ich brauchte es doch immer handfest. 

 

Claire übermittelte mir eine längere Botschaft, die sie gleichzeitig in den Computer tippte und mir hinterher schriftlich mitgab. Der Inhalt war umwerfend. Dieser Kerl kannte mich offenbar besser als ich mich selbst! In den folgenden Jahren holte ich mir dieses Schriftstück hervor, wann immer ich wieder in Gefahr lief, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Natürlich ließ ich es auch nicht damit bewenden, ich ging noch ein zweites Mal hin und las die beiden Channelings von Sanat Kumara immer wieder. Dann entschied ich, dass ich das selber lernen wollte. Ich suchte mir einen Channellehrer und trainierte unter seiner Aufsicht. Vor allem wollte ich auch, dass er mir bestätigte, dass es wirklich Sanat Kumara war, den ich seit längerem wohl unterscheidbar als zweite Stimme in meinem Kopf hörte. Ich fand nicht nur Bestätigung bei diesem Lehrer, sondern auch heraus, dass ich noch stärker und deutlicher als diesen Sanat Kumara die Erde selbst in mir höre und channeln kann, und damit auch jedes einzelne Leben darauf bis zum kleinsten Gänseblümchen...


Mein zweiter Burnout 2003

 

Auszug aus meinem Buch "Hurra, die Lichtfilzlinge kommen!"

 

Das Göttliche Roulette

Eh-Yh-Ra war schon ein sehr ungewöhnlicher Name für eine Deutsche und es hatte mich auch nicht sonderlich begeistert, zu erfahren, dass ich so heiße. Es geschah in einer Winternacht im Jahre 2003, kurz nach meinem 50. Geburtstag, zu dem ich mir ein kleines Theater gemietet und über fünfzig Freunde und Verwandte eingeladen hatte. Gemeinsam wurde ein buntes Bühnenprogramm gestaltet, zu dem ich drei eigene Puppenspiele beitrug. Alles verlief so, wie ich es mir von ganzem Herzen gewünscht hatte. Und dass es mir tatsächlich gelungen war, mich selbst mit einem Puppentheater inklusive wohlgesonnenem Publikum zu beschenken, wenn auch nur für eine Nacht, bildete die Krönung all meiner bisherigen Geburtstage, und ich ahnte noch nicht, dass es sich auch um einen Abschied handelte, einen Abschied von meinem alten Leben und meinem alten Ich. Statt Geschenken bat ich meine Gratulanten für eine Schule in Palästina zu spenden, die sich für den Frieden engagierte. Ich versprach, dass das Geld in voller Höhe dort ankommen würde, denn ich kannte den Schulleiter persönlich. An meiner eigenen Schule engagierte ich mich neben der Klassenleitung und dem Mathematikunterricht vor allem in der Streitschlichtung und hatte sogar ein Training zur Friedenserziehung entwickelt – natürlich auch ein Puppenspiel. Nichts in dieser klaren Winternacht deutete darauf hin, dass etwas Ungewöhnliches in mein Leben treten würde, und doch, das tat es. 

 

Ich wachte abrupt auf und fand mich, noch halb träumend, in ein Selbstgespräch vertieft. „Ich heiße Eh-Yh-Ra,“ sagte ich zu mir selbst, ich wusste es einfach. Und der Name ging noch weiter, sozusagen mit zwei Nachnamen, die mir schon besser zusagten, weil sie irgendwie viel wichtiger und erhabener klangen, und ich erklärte mir die Bedeutung dieser Namen innerlich gleich auch noch selbst. Doch dann rief ich plötzlich laut und sehr ärgerlich: „So ein Quatsch, ich heiße doch nicht so!“ - Jetzt war ich wohl erst richtig wach und merkte, dass da zwei Ichs in meinem Kopf sprachen. 

 

Ich hatte zwar nach all den Jahren, die ich mit Meditationsübungen verbrachte, die Hoffnung nie aufgegeben, auch mir würde einmal gesagt, wie mein Seelenname sei, aber diesen konnte ich nun auf gar keinen Fall akzeptieren. „Das ist doch Blödsinn,“ sagte das eine Ich in mir ärgerlich zum anderen, immer noch halb verschlafen. „Verarschen kann ich mich auch selbst!“ Man muss mir hier zu Gute halten, dass ich in diesem Zustand noch nicht sehr kontrolliert in meiner Wortwahl war, bei meinen Schülern hätte ich diesen vulgären Kraftausdruck niemals geduldet. Ich war sauer. 

 

„Eh-Yh-Ra“ hieß nämlich ganz einfach und banal mein Geburtsort (Idar, ein Stadtteil von Idar-Oberstein, genau so wurde der im dortigen Dialekt ausgesprochen!) Es war also alles andere als ein hochspiritueller und besonderer Name. Doch das eine Ich in meinem Kopf bestand darauf, dies sei mein Name und die Essenz meines Wesens.

 

„Warum passiert so etwas immer nur mir!“ schimpfte ich. Warum konnte bei mir nicht endlich einmal alles glatt und schön und vor allem vorzeigbar verlaufen? Zu dumm. Kein Mensch würde mir glauben, dass das mein Seelenname sei, alle würden mich auslachen, von wegen ehrenvoll oder fast heilig! Und ich wäre doch so gerne ein wenig heiliger gewesen. Man wollte sich wohl sogar bei den Engeln über mich lustig machen. Der liebe Leser stelle sich vor, er wache auf und wüsste, er hieße Mäh-eenz (Mainz)! Nichts gegen Mäh-eenz, ich liebe diese Stadt und habe dort etliche Jahre gelebt, aber so heißen, wie die Menschen das dort im Dialekt aussprachen, wollten die Leser doch bestimmt auch nicht, oder? 

 

Doch dann konnte ich es mir selbst so akzeptabel erklären, dass ich verstand. Und dafür muss man wissen: „Eh-Yh-Ra“ wurde zweisilbig ausgesprochen wie „E-Ra“, dabei wurde ein sehr kurzes „j“ an das „e“ angehängt und flüssig zum „r“ hingezogen, also ungefähr wie e-j-ra, aber ganz ohne dass es zu einem „ei“ verrutschte, denn das wäre komplett falsch. In der deutschen Sprache schien es nahezu unmöglich, diesen Namen ordentlich und phonetisch genau auszusprechen, es sei denn, man war wie ich in dem kleinen Stadtteil Idar (von Idar-Oberstein) mit etwa fünftausend Einwohnern geboren.

 

Meine Seele hatte sich daher entschieden, genau dort geboren zu werden, damit ich später einmal meinen Namen richtig aussprechen könne. Weiter erfuhr ich von mir selbst, diesem zweiten Ich in meinem Kopf, dass diese Phonetik keltischen Ursprungs sei und in deren Sprache einfach so viel wie „Zuhause, Heim“ bedeute. Und ein Gefühl sagte mir, dass das stimmte. Ich hatte mir angewöhnt, zu fühlen, ob etwas stimmen könnte. Und nannten nicht die Iren, diese ehemaligen Kelten, ihre ganze Heimatinsel „Eire“? Das wurde doch fast genauso ausgesprochen. Schließlich akzeptierte ich meinen Namen und schlief wieder ein. Und in Folge dachte ich auch über das Phänomen, zwei Ichs im Kopf gehört zu haben, nicht weiter nach, ich war viel zu beschäftigt. 

 

Ich lebte damals in Berlin, einem wunderbaren Schmelztiegel der Kulturen und Weltanschauungen. Ich liebte die Stadt und die Menschen und fand für mein seit einigen Jahren erwachtes spirituelle Interesse vielfältige Anregungen. Eigentlich hätte ich mich über meinen Seelennamen freuen müssen, denn sein Erhalt bedeutete traditionell ein neues Leben in tiefer Spiritualität, und das wünschte ich mir seit langem. Schon in meiner Jugend hatte ich nach Gott gesucht und als junge Erwachsene die Bibel sogar zweimal ganz gelesen, was ich allerdings nur als ziemlich anstrengend in Erinnerung behielt. Als ich Gott dort nicht fand, vermutete ich schließlich, dass die ursprüngliche Essenz der Lehren Jesu in der Weite der kirchlichen Hierarchien verloren gegangen sein mussten. Und erst nach vielen Jahren als Atheistin und getrieben durch Krankheit und schmerzhafte menschliche Enttäuschungen nahm ich meine Suche wieder auf. 

 

Seit Jahren schon litt ich an heftigen Depressionen, lebensgefährlichen Nahrungsmittelallergien und Asthma. Hinzu kamen Anfänge von Rheuma und Arthritis, und mein erhebliches Übergewicht verschlimmerte außerdem einen Hüftschaden, der durch eine einseitige Abnutzung entstanden war. Ich suchte Hilfe bei Medizinern und alternativen Heilkundigen, bei Psychologen, Neurologen und spirituellen Lehrern. Nach einer Scheidung im zarten Alter von Dreißig fand ich zudem nie wieder einen Partner und war neben dem Beruf als Lehrerin vollauf damit beschäftigt, mich als alleinerziehende Mutter durchs Leben zu schlagen. 

 

In einer Zeit, wo ich in allen Lebensbereichen von Konflikten geradezu überrollt wurde, wandte ich mich das erste Mal wieder an Gott und rief ziemlich verzweifelt: „Hilf mir! Es muss doch möglich sein, in einem Streit anders miteinander umzugehen und sich nicht gegenseitig so zu verletzen! Und ich will es lernen!“ 

 

Prompt kam ein halbes Jahr später die Antwort in Form eines international arbeitenden Konfliktlösungs-Spezialisten vorbei, der sich zusätzlich als ein wunderbarer spiritueller Lehrer herausstellte. Na ja, ich hatte schon ein wenig in Zeitungen suchen müssen und hundert Kilometer fahren, und umsonst war es natürlich auch nicht. Jedenfalls tauchte ich nun ganz ein in dieses neue Feld der Konfliktforschung und ließ mich selbstverständlich auch schon zu einer Zeit in Mediation ausbilden, als noch keiner in meiner Umgebung von dieser Konfliktlösungstechnik gehört hatte. Und nebenher engagierte ich mich im internationalen Netzwerk meines Lehrers, denn ich brannte immer an beiden Enden. Das konnte nicht gut gehen, aber ich konnte auch nicht anders. 

 

So brach ich das erste Mal zusammen und war über ein Jahr lang nicht mehr arbeitsfähig. In meinem Ehrgeiz zur Selbstheilung ging ich danach mit gewohnter Gründlichkeit vor, machte so den ganzen normalen und alternativen Therapiekatalog durch und natürlich ließ ich mich auch in der von mir favorisierten Atemtherapie ausbilden. 

 

Das Leben gab mir weitere sieben Jahre bis zum zweiten, und diesmal dem endgültigen Zusammenbruch. Ich spielte das Göttliche Roulette, und der große Groupier im Himmel rief: 

 

 „Rien ne vas plus! Die Einsätze sind gemacht, jetzt rollt die Kugel...“ 

 

 Nun war Ruhe. Endlich. Und nach Jahren, die ich wie in einem Hamsterrad gelaufen war, stand nun alles still.


Aus dem Hamsterrad gefallen

Ich hatte meine Freundin Carmen um Hilfe gebeten, denn ich fühlte mich diesmal außerstande, die Zeugnisse für meine Klasse selbst zu schreiben, auch wenn das natürlich wie jedes Jahr von mir erwartet wurde. Sie kannte meine Schüler gut, ich hatte Carmen als Referendarin betreut, und so lernten wir uns auch kennen. Bis vor kurzem hatten wir manchmal sogar gemeinsam unterrichtet. Wir ähnelten uns ein wenig, allerdings mit einer ganzen Generation Unterschied, und verstanden uns daher gut. Seit sie vor ein paar Wochen ihre Prüfung mit Bravour bestanden hatte, war sie arbeitslos. Meine Klasse ging sie also eigentlich nichts mehr an. Dennoch saß sie an diesem Sonntagmorgen hilfsbereit am Computer, während ihr Mann mit den Kindern losgezogen war, und bewältigte spielend die Eintragungen in eine Maske. Es war die gleiche Maske für Zeugnisformulare, die mich selbst vorher schier in die Verzweiflung getrieben hatte. Bereits vor Tagen hatten wir sehr lange an den verbalen Beurteilungen gesessen, nun ging es nur noch um die formal korrekte Eingabe aller Daten und den Ausdruck auf Papier, und wegen der Gültigkeit als Urkunde durfte man da keine Fehler machen, selbst Leerzeichen und Striche mussten pedantisch sitzen. Carmen hatte mir den bequemsten Sessel herangeholt und arbeitete emsig. Plötzlich drehte sie sich zu mir um und sagte besorgt: 

 

„Du bist vollkommen erschöpft! Du solltest nicht bis zu den Ferien warten. Melde dich morgen krank.“ 

 

Ich protestierte: „Aber ich fühle mich doch überhaupt nicht anders als sonst auch! Ich bin doch nicht krank! Ich huste nicht, ich hinke nicht und mir tut auch nichts weh. Ich kann doch nur einfach nicht mehr. Ich bin einfach nur unendlich müde...“ 

 

Damit meinte ich nicht nur die Schule, sondern einfach alles, mein ganzes Leben. Und als sei ein innerer Damm gebrochen, traten Tränen in meine Augen, dann Bäche und schließlich Sturzfluten, bei denen selbst ganze Taschentuchpäckchen nicht mehr nachkamen. Carmen musste in ihre Vorratskammer stürzen, um mich mit Nachschub zu versorgen. Ich heulte und heulte, während ich außerdem Carmen noch unter Tränen weiter anfeuerte, sich um mich überhaupt nicht zu kümmern und stattdessen die Zeugnisse zu Ende zu schreiben, denn damit würde es mir sicher bald besser gehen. 

 

Seit langem schon fühlte ich mich morgens beim Aufwachen bereits genauso erschöpft wie am Tag zuvor beim Zubettgehen, das war wirklich nichts Neues. Dann konnte ich doch auch noch die paar Tage bis zu den großen Ferien so weiter machen, die anderthalb Wochen gingen dann auch noch rum. Erst fiel mir die Arbeit nur an ein bis zwei Tagen pro Woche schwer und die anderen Tage beschenkten mich umso reicher mit Anerkennung und Zufriedenheit, denn mein Job machte mir ausgerechnet jetzt auch noch so viel Spaß, wie nie zuvor. Bald aber waren es drei Tage die Woche, dann vier, schließlich gab es kaum noch Tage mit Freude. Alles strengte mich nur noch an. Und ein Gedanke wurde so langsam zur fixen Idee: „Ich kann nicht mehr, und ich will auch nicht mehr.“ 

 

Carmen hatte die Zeugnisaktion glücklich beendet und der Drucker ratterte los. Nun unterbrach sie meine wehleidig-versunkene Selbstbetrachtung und schaute mir in die verquollenen Augen. 

 

„Also, pass auf: Du gehst morgen nicht zur Schule. Du rufst an und meldest dich krank. Die Zeugnisse bringe ich für dich vorbei. Dann muss eben ein anderer mit den Kids den Ausflug machen und der Rest kann auch mal ausfallen oder vertreten werden.“ 

 

Ich nickte ergeben, eigentlich hatte sie ja recht. Ich fühlte mich nur viel zu schwach um überhaupt noch irgendetwas zu entscheiden. Ich war nämlich längst und vor allem entscheidungsunfähig und wusste es nicht. 

 

Carmen fuhr fort: „Ich kenne dich. Selbst wenn wir beide das nun zusammen vernünftig entscheiden, wirst du morgen früh einfach weiter machen, weil du dich nicht krank fühlst. Und dann fallen dir die Kinder ein und die tausend Dinge, die du noch mit ihnen erledigen willst. Die du ihnen versprochen und mit ihnen geplant hast. Wir machen das anders.“ 

 

Sie holte ein Blatt Papier und schrieb darauf mit großen Buchstaben: 

 

„Ich kann nicht in die Schule gehen und ich melde mich krank. Carmen hat das bestätigt und ich habe es ihr versprochen.“ 

 

Den Zettel sollte ich auf meinen Küchentisch kleben, morgens dann gleich die Schule anrufen, zum Arzt gehen und mich danach hinlegen. Ich unterschrieb die Zeugnisse, wir umarmten uns zum Abschied und sie wünschte mir noch gute Besserung und schöne Ferien. Es sollten lange Ferien werden. 

 

Am nächsten Morgen war ich tatsächlich versucht weiter zu machen. Den Zettel auf dem Tisch ignorierte ich erst einmal, zog mich an, packte meine Sachen und ging los. Ich kam nur bis zur nächsten Ecke, dann kehrte ich verwirrt und unsicher um, ging zurück, setzte mich in die Küche, las den Zettel wieder und immer wieder. 

 

„Ich kann nicht in die Schule gehen und ich melde mich krank. Carmen hat das bestätigt und ich habe es ihr versprochen.“ 

 

„So ein Käse,“ dachte ich dann wieder, und mir fielen meine gut geplanten Stunden ein, die Kinder und die Kollegen, auf die ich mich ja auch freute. Ich machte mich also erneut auf, um dann doch an der nächsten Kreuzung wieder umzukehren. Schließlich blieb ich einfach am Tisch sitzen und betrachtete das Blatt Papier. Daneben hatte ich mir abends das Telefon schon bereitgelegt. Ich rief in der Schule an, sagte meine Sätze, nahm die guten Wünsche der verständnisvollen Sekretärin entgegen und legte auf. Nun brachte ich ganz mechanisch den Arztbesuch hinter mich, legte die Krankschreibung gefaltet in den sorgsam vorbereiteten frankierten Briefumschlag, warf ihn in den Briefkasten und legte mich nieder. Ruhe. Endlich. Mit der Aussicht auf mehr als sieben freie Wochen bis zum nächsten Schuljahr. 

 

So verging der Montag, und das war zufällig auch noch genau der Tag, an dem die Bauarbeiter frühmorgens eine Mörtelmischmaschine vor meinem Fenster aufbauten und sofort lautstark in Betrieb setzten. Ich wohnte damals im Souterrain und musste nun ausgerechnet in einer Baustelle meine Genesung vorantreiben. Und das auch noch als Staub-Allergiker, lüften konnte ich nur noch nachts. Aber ich war längst zu schwach für jeden Protest oder vernünftigen Gedanken und stopfte meine Ohren in die Kissen, um das laute Rumpeln nicht zu hören. Meine Wohnung stand bereits voller Umzugskisten und kaum etwas befand sich noch an seinem alten Platz, denn eigentlich war für den Beginn der Ferien mein Umzug geplant, um genau dieser Haussanierung zu entkommen, die mich nun nervlich an den Rand des Wahnsinns trieb. Meine Krankschreibung kam also viel zu früh und völlig ungelegen. Doch mittlerweile war mir selbst mein Umzug egal. Es dauerte ein paar Tage, bis die Vermieterin auf die Idee kam, dass die Maschine eine Zumutung für mich sei, ich hörte sie schimpfen. Zu der Zeit hatten die Bauarbeiter die Kellerverschläge in der anderen Haushälfte bereits beseitigt und zogen mitsamt Mörtelmixer in den dortigen Keller ein. Nun lag die Baustelle meiner Wohnung gegenüber und es rumpelte und dröhnte vom Flur. Ich lag derweil bei geschlossenem Fenster in meinem finsteren Verlies und wurde immer schwächer. Ich spürte kaum noch Hunger oder Durst und fiel in einen geistigen Dämmerzustand, aus dem ich nur ab und zu auftauchte, wenn sich körperliche Bedürfnisse meldeten. 

 

„Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr...“ Ich wollte nur noch eines: Ruhe. Frieden. 

 

„Ich sterbe!“ dachte ich irgendwann und es berührte mich nicht. Ich wollte dieses Leben nicht mehr, das seit langem nur noch aus Arbeit bestand. Ich wollte nur noch meinen Frieden finden. Mein Leben war voller Brüche und Enttäuschungen gewesen, und die wenigsten meiner Träume hatten sich auch nur annähernd erfüllt. Nur meine Kinder, die hatte ich beide aus ganzem Herzen gewollt und bekommen. Aber die lebten längst ihr eigenes Leben. Nein, keiner würde mich wirklich vermissen. Ich konnte gehen. Ich versank wieder im Dämmer. Ein Geräusch der Bauarbeiter riss mich erneut aus meinem Nebelreich. Nun wurde ich mir vage bewusst, dass ich ganz flach atmete. Ich war einer Ohnmacht nahe. Ich sterbe... Einverstanden, dachte ich noch und versank erneut im Nebel. 

 

„Nein!“ schrie es plötzlich in mir und mein zweites Ich aus jener Nacht drang durch die Schleier meines Dämmerns bis in mein Bewusstsein. „Ich will leben!“ platzte es aus mir heraus und zwang meinen völlig erschöpften Körper zu tiefen Yoga-Atemzügen. Es dauerte trotz großer Kraftanstrengung dann noch sehr lange, bis ich wieder soweit bei Kräften war, herum zu kriechen und nach dem Telefon zu suchen. Ich wollte einen Arzt rufen. Aber in diesem Durcheinander bestand so gut wie keine Chance, den Hörer oder die Basisstation zu finden, ich gab wieder auf. In meinem wirren Geist kam ich nicht auf die Idee, mir von meinen Nachbarn helfen zu lassen, es gab nur noch einen Gedanken in meinem Kopf: 

 

„Ich muss sofort zum Arzt, sonst sterbe ich.“ 

 

Die fünfhundert Meter bis zu meiner Hausärztin bewältigte ich irgendwie, ich taumelte, lehnte mich an Zäune und versuchte das helle Tageslicht möglichst zu meiden. Wie ein Penner muss ich ausgesehen haben, ungewaschen und natürlich noch in den Kleidern von Montag, die hatte ich seit vier Tagen nicht gewechselt. Nur Geldbörse und Schlüssel nahm ich mit, und das mehr aus einem vertrauten Reflex heraus. 

 

Ich kämpfte mich langsam die Stufen hoch zu der Praxis im ersten Stock, sank auf die kleine Bank im Empfang und erhielt auch sogleich Hilfe. Die Ärztin fragte mich, wann ich das letzte Mal etwas getrunken hätte und ich wusste es nicht mehr. Sie stabilisierte meinen Kreislauf mit einer Spritze, hängte mich an einen Tropf mit Nährlösung und empfahl mir dringlich die sofortige Einweisung in die psychiatrische Notfallstation des Universitätsklinikums. Burn-Out... Und bis man sich dort um mich kümmern könne, würde ich am besten schlafen, weil mein Körper sonst hyperventilierte. Ich war mit allem einverstanden. Sie rief den Notfallwagen, und das letzte, an das ich mich erinnern kann, war, dass sie mich mit ihrer Spritze einschläferte.  


Einige Monate später

Mein Umzug fand ganz ohne mich statt, meine Kinder und einige gute Freunde übernahmen alles, gott sei dank. Meine Habseligkeiten wurden im großen Keller des neuen Vermieters gestapelt, denn die Wohnung war noch nicht frei, meine Freundin Sonja als Vormieterin musste das Schuljahr ja auch erst noch zu Ende bringen. Eine Woche lang war ich in der Klinik umsorgt worden, dann entließ man mich mit der Begründung, man könne mir nicht mehr helfen, ich sei austherapiert. Da nahmen mich meine Eltern bei sich auf und kümmerten sich rührend um mich, ich verbrachte mehrere Wochen bei ihnen in Westdeutschland. Dann fuhr ich zurück nach Berlin, campte erst einmal auf meiner Matratze in der leeren Wohnung und holte mir nach und nach den Hausrat aus dem Keller, ich hatte ja Zeit. 

 

Immer noch fühlte ich mich erschöpft und bleischwer. Nichts ging mehr, außer rumliegen, essen, seltener lesen oder Musik hören und manchmal ein wenig rumbasteln. Je einfacher und monotoner die Arbeit, umso besser. Ich verstand nun auch, warum Tütenkleben eine sinnvolle Tätigkeit in der Psychiatrie sein konnte. Und ich hörte für lange Zeit auf, etwas zu wissen, zu können, zu müssen, zu wollen und für irgendetwas oder irgendwen verantwortlich zu sein. Ich hatte keine Kontrolle mehr über mein Leben. Absolut keine. Ich lebte von einem Moment zum anderen, vergaß im nächsten Augenblick schon, dass mir gerade etwas weh getan hatte und wusste nicht, ob ich meine Strümpfe demnächst selbst anziehen könnte. Ich ließ alles einfach auf mich zukommen. Dachte ich an meinen Körper, tat mir meistens etwas weh. So konnte ich lange Zeit keine Treppen steigen oder spazieren, dachte ich aber nicht daran, war ich gut gelaunt. Und das passierte im Sommer des gleichen Jahres, in dem ich meinen Namen erfuhr. 

 

Mühsam schleppte ich mich wie die sieben Jahre zuvor zur Psychoanalyse und manchmal zum Hausarzt, aber eigentlich war das jedes Mal so anstrengend, dass ich lieber zu Hause blieb. Allerdings hatte sich auch etwas Entscheidendes in mir verändert: Im Gegensatz zu meinem ersten Zusammenbruch, der mich in eine lange dunkle Nacht der depressiven Sinnlosigkeit geworfen hatte, aus der ich nur mühsam wieder heraus klettern konnte, war ich nun zwar körperlich ein Wrack, aber es ging mir psychisch blendend, was ich meinen Freunden gegenüber so formulierte: 

 

„In mir scheint die Sonne, aber ich habe irgendwie keine Ahnung, was ich mit meinem Körper anfangen soll und ob er überlebt.“ 

 

Früher hatte ich Bücher gelesen über ein Weiterleben nach dem Tod und hatte dies von da an auch für mich selbst in Betracht gezogen, aber nun wusste ich es mit Sicherheit, dass ich weiterleben würde, so dass es egal war, ob ich gehen würde (sterben) oder bleiben. Meine Angst vor dem Tod war wie weggeblasen. Und so verging ein Jahr. 

 

Mein körperlicher Zustand hatte sich nur ungenügend verbessert, mein Erinnerungsvermögen war schwankend, ich hatte oft Probleme, ein Wort zu finden und jedes auszufüllende Formular machte mich ziemlich nervös und ließ mich am Ende manchmal ganz scheitern. Aber ich hatte auch eine unendliche Geduld mit mir selbst entwickelt und passte mich meinen Schwächen so an, dass es einer Wetteransage gleichkam, mehr nicht. Dann sagte ich zum Beispiel: 

 

„Stell dir vor, heute konnte ich alleine die Treppe hoch zum Müllcontainer laufen.“ 

 

Und ich sagte das so begeistert, als hätte ich davon erzählt, dass es draußen gerade in dicken Flocken schneite. 

 

Oder: „Stell dir vor, heute habe ich wieder Fußgelenke, meine Füße sehen aus wie Füße!“ 

 

Und im Gegensatz dazu an anderen Tagen: „Heute nutze ich die Weite meiner Schuhe mal so richtig aus!“ 

 

So kam es, dass man mir auch von offizieller Seite klarstellte, dass der Schuldienst keine Verwendung mehr für mich haben würde. Das letzte Dokument vor meiner Versetzung in den Ruhestand wegen Berufsunfähigkeit war eine Dankesurkunde zum 25-jährigen Dienstjubiläum. 

 

Die Freude über das Dokument feierte ich mit meiner Freundin Barbara in einem Miniurlaub auf dem Bauernhof (Anmerkung für Ortskundige: Es war die kleine Mühle in Weiden und gefragt wurde ich von Herrn Faust, der auch durch seine Heuherberge bekannt wurde.). Zu der Zeit konnte ich gerade den rechten Arm schon vier Wochen nicht heben, nur ein kleines Stück unter Schmerzen. Ein Ostheopath konnte auch nicht helfen, ermutigte mich aber, über die Schmerzgrenze hinweg zu trainieren. Ich sei vielleicht einfach nur eingerostet, hatte er noch halb im Scherz gesagt. Und so zog ich dann mehrmals täglich meine Hand in der Schlinge an einem Seil hoch ins Gebälk, das Fachwerk war geradezu ideal dafür. Ich hatte eben immer was zu tun. Und der Urlaub neigte sich schon dem Ende zu, als der Bauer – oder sollen wir sagen – das Schicksal - vorbeikam, und alle Gäste fragte, ob jemand die frisch geschorene Wolle seiner beiden Schafe geschenkt haben wollte. Ich wusste augenblicklich, dass ich gemeint war und rief: „Ja, ich!“ 

 

Denn meine Lebenserfahrung hatte mich gelehrt, dass es lange dauern konnte, bis das Schicksal erneut an die Tür klopfte.

 

(Anmerkung für Ortskundige: Es war die kleine Mühle in Weiden und gefragt wurde ich von Herrn Faust, der auch durch das große Glashaus und die Heuherberge bekannt wurde.)

 

Und so kam es, dass ich am Ende unseres Urlaubs mit einem Kofferraum voller Schafschur und einem konkreten Verdacht nach Hause fuhr. Veränderungen zum Guten waren nämlich meist mit der Puppenmacherei in mein Leben gekommen. Sollte man also auch aus Wolle Puppen machen können? Mir schwebten da nicht die mir bekannten Figuren der Waldorfschulen oder die genähten Lenzi-Filzpuppen vor, sondern – eigentlich wusste ich nicht so recht, was, eben etwas Neues. Wahrscheinlich ging es aber um Filz. Zuhause angekommen, und trotz völliger Erschöpfung von der Reise, setzte ich mich gleich an den Computer, ging ins Internet und gab die Worte „Puppen, Filz“ in die Suchmaschine ein. Erst staunte ich nur mit großen Augen, dann war ich absolut begeistert: Das war es. Ja, das wollte ich machen! 

 

So wurden die fröhlichen Lichtfilzlinge erfunden. Besuche sie mit diesem Link.