Reich mir den Apfel, Eva!



Die Autorin filzt seit Jahren mit Vorliebe Drachen, die sich dann zu allem Überfluss auch noch mit ihr unterhalten. Schließlich behauptete einer ihrer Drachen etwas Unerhörtes: Dass er es war, damals im Garten Eden! Es war gar keine Schlange, es war ein Drache! Das ließ die Autorin aufhorchen und genauer nachfragen. Schließlich konnte sie eine unglaubliche Geschichte aufdecken: Was damals wirklich im Garten Eden passierte und was dies mit den Problemen der heutigen Menschheit zu tun hat. Und sie fand heraus, dass es Zeit wird, den Menschen auch noch den anderen Apfel zu reichen. Die Betonung des Verstandes und der Wissenschaften hat die Menschheit in die Mitte eines reißenden Flusses geführt, der uns alle nun zu verschlingen droht. Nur das Herz und die Rückverbindung zur Quelle können die Menschheit nun sicher zum anderen Ufer führen. So dachte die Autorin jedenfalls bisher. Doch die Lösung ist noch viel besser: Die Menschheit muss auch den anderen Apfel essen, den, der sie unsterblich macht!

Der Sündenfall war ein Glücksfall


Info

Reich mir den Apfel, Eva!

216 Seiten, 9,99 Euro

 

Ebook:

ISBN 978-3-7427-9384-3

Taschenbuch:

ISBN 978-3-7427-0251-7

 

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Inhalt

Was wäre passiert, hätte Eva dem Adam auch noch den zweiten Apfel angeboten? Eine Aufklärung aus der Sicht der Schlange im Garten Eden und was das alles mit heute und mit den Drachen zu tun hat und wie dieses Wissen unsere Gesellschaft aus der Matrix befreien könnte. Dass Eva sich von der Schlange im Garten Eden zu der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis hatte verführen lassen, wurde dem gesamten weiblichen Geschlecht zu Unrecht angelastet und damit die Herrschaft des Mannes über die Frau legitimiert. In Wahrheit handelte es sich um eine wahrhaft heroische Tat mit größten, positiven Konsequenzen für uns heute, einmalig in der historischen Geschichte der Menschheit. Eva hat uns mit ihrem Mut und ihrer Neugier nicht nur eine intelligente Entwicklung geschenkt, nein, ihr ist es nun auch noch zu verdanken, dass sich die Menschheit ganz leicht von der Matrix befreien kann.

Unsere Geschichte muss neu geschrieben werden.


Leseprobe

Vorwort

 

In diesem Buch erzähle ich über die Rolle der Drachen und Schlangen in unserer Geschichte, dabei bin ich weder Historikerin noch in irgendeiner anderen Form qualifiziert, darüber zu schreiben. Ich kam ganz anders dazu: Seit mehr als einem Dutzend Jahren filze ich Schlangen und Drachen, und so verrückt das auch klingen mag, sie haben von Anfang an mit mir geredet! Sie schickten mich auf eine kreative innere und äußere Reise, die mich einerseits in unsere menschliche Psyche und andererseits in unsere prähistorische Geschichte eintauchen ließ und mich mit der Rolle vertraut machte, die sie darin spielten. Meine innere Reise inspirierte mich zu dem Buch „Mein Drache frisst gern Pizza“.

 

In diesem Buch geht es um die äußere Reise. Es befasst sich als zentrales Thema damit, warum die ersten Menschen aus dem Paradies vertrieben wurden und was Drachen damit zu tun hatten. In den Gesprächen mit meinen Drachen erzählten sie mir nicht nur ihre Geschichte, sie behaupteten auch Dinge, die ich noch in keinem Sachbuch gefunden hatte und die so unerhört schienen, dass ich selbst Jahre gebraucht habe um sie zu verdauen. Natürlich konnte ich unsere Gespräche anfangs nicht ernst nehmen, das war doch auch zu verrückt, dass ich mit meinen eigenen Filztieren redete! Es belustigte mich andererseits, und dort, wo es mich beunruhigte, verdrängte ich es einfach. Die Informationen sickerten immer nur häppchenweise durch. Erst allmählich und über die Jahre hinweg formte sich ein klares Gesamtbild, das plötzlich Sinn machte und neues Licht auf alte Überlieferungen und unsere ganze menschliche Geschichte warf.

 

Drachen und geflügelte Schlangen waren in den weltweiten Sagen und Legenden austauschbar, sie scheinen ein- und dasselbe Phänomen zu benennen, das sich irgendwie nicht gut beschreiben ließ. Da war irgendwas und das sah so irgendwie aus. So wurde auch mein Interesse an der Schlange im Garten Eden geweckt. Ich bin halt eine Frau. Und ich fragte mich: Was verbirgt sich hinter der Schlange? Und was wäre eigentlich gewesen, hätten Adam und Eva auch noch die Frucht vom zweiten Baum gegessen? Und die Antworten, die mir dann zufielen, haben Konsequenzen für unsere Zeit. Sie könnten der Schlüssel sein, um unsere Probleme in der Welt auf eine ganz neue und sehr elegante Art zu lösen.

 

Meine Drachen sahen mir beim Schreiben immer aufmerksam und beratend über die Schultern. Nur den Teil über ihre eigene Geschichte haben sie mir direkt übermittelt, wie sollte ich das auch sonst wissen. Und was mir dann mein letzter Drache ganz am Ende eröffnete, übertraf alles! Er sei das damals gewesen, im Garten Eden. Geschockt hat es mich trotzdem.

 

Wenn du fest verwurzelt in deinem Glauben stehst und dein heiliges Buch wortwörtlich auslegst, solltest du dieses Buch nicht lesen. Dann warte lieber in Ruhe auf dein Jüngstes Gericht und mache um mich und meine Drachen einen Bogen. Es könnte sonst deine ganze Weltsicht auf den Kopf stellen.

 

 

Der Garten Eden

Jeder kennt doch eigentlich die Geschichte vom Garten Eden aus der Bibel, oder? Nun, vielleicht doch nicht, wir werden sehen. Die Lutherbibel ist der zum Gebrauch empfohlene Bibeltext der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese klassische deutsche Bibelübersetzung ist nach wie vor die in Deutschland am weitesten verbreitete. Die Nummern wurden entfernt und die Verse zu einem lesbaren Text zusammengefügt ohne sie zu verändern. Diese Zeilen sprechen erst einmal für sich selbst.

 

Aus dem Ersten Buch Mose - Genesis / Lutherbibel, Übersetzung von 1984 (Internet)

2. Kapitel - Das Paradies

 

Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land. Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

 

Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilte sich von da in vier Hauptarme. Der erste heißt Pischon, der fließt um das ganze Land Hawila und dort findet man Gold; und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da Bedolachharz und den Edelstein Schoham. Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um das ganze Land Kusch. Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.

 

Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

 

Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

 

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre. Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.

 

Der Sündenfall

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

 

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

 

Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

 

Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?

 

Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, so dass ich aß. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

 

Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

 

Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

 

Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.

 

Wir fassen zusammen:

Es gibt im Garten Eden neben vielen großartigen Bepflanzungen auch einen verbotenen Baum, eigentlich jedoch sogar zwei Bäume. Die Bezeichnung 'Garten' lässt darauf schließen, dass er künstlich angelegt wurde und einer gewissen Pflege bedarf. GOTT setzte den Menschen hinein, dass er ihn bebaue und pflege, heißt es dann auch. Doch so ein riesiger Garten brauchte wohl mehr als einen Menschen, daher vermute ich, dass neben Adam und Eva noch viele weitere Menschen als Gärtner beschäftigt waren. Dann ist im Text einfach das ganze Menschengeschlecht gemeint. Die Gärtner ernähren sich wohl selbst von dem Garten, nur die Früchte des Baumes bzw. der beiden Bäume in der Mitte sind tabu. Die Früchte sind ihnen bei Todesstrafe verboten.

 

Und dann flüstert jemand der Eva rebellische Töne ins Ohr: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: An dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ Dieses sprechende Wesen erinnert im Aussehen an eine Schlange. Es ist offenbar mit dem nicht einverstanden, was Gott befohlen hat und ermutigt Eva, sich über das Verbot hinwegzusetzen.

 

Als sie beide von der Frucht des ersten Baumes kosten, wird der Verstand der beiden geweckt und sie beginnen, sich selbst zu erkennen. Das ist der Moment, in dem sie gewahr werden, dass sie sich ihrer selbst bewusst werden. Sie erfinden die erste Kleidung aus Naturmaterial (Schurz) und sie bedecken sich damit. Im Bewusstwerden ist an sich keine Scham gegeben, viel eher haben sie wohl erkannt, dass sie GOTT und seinen Heerscharen wohl ähnlicher sehen als den Tieren im Garten. Und sie bekleideten sich als Konsequenz dieser Erkenntnis, sie ginnen, GOTT und seine Engel zu imitieren. Gott und seine Engel waren offenbar bekleidet. Das ist eine Verstandesleistung, die wir bei einem Schimpansen begeistert feiern würden, eine aufkeimende Intelligenz. Adam und Eva haben ihren Verstand also sofort vortrefflich genutzt.

 

Sie verstecken sich, doch GOTT findet dennoch heraus, dass sie vom verbotenen Apfel gegessen hatten. Er verflucht sie und wirft sie aus dem Garten. Der Fluch ist allumfassend und betrifft alles, was das Leben normalerweise schön und angenehm machen könnte, die Menschen hätten eigentlich kaum überleben dürfen. Der Fluch soll Mann und Frau unterschiedlich treffen. Die Frau soll Mühsal erleben und unter Schmerzen gebären. Und sie soll ein Verlangen haben nach dem Mann, aber er soll über sie herrschen. Und dem Mann verflucht er seinen Acker und auch er soll Mühsal haben, wenn er sich vom Kraut ernährt, Dornen und Disteln sollen auf seinem Acker wachsen und er soll viel arbeiten, bis er stirbt.

 

Und nun lies mal genau: Die beiden werden nicht wegen ihres Ungehorsams als Gärtner gefeuert oder weil sie nackt rumliefen, sondern einzig, damit sie nicht auch noch vom Baum des Lebens essen! Und es ging nicht nur um Adam und Eva, es betraf alle Gärtner, die gesamte Mannschaft wurde auf der Stelle entlassen und die Männer musste sofort mitsamt ihren Familien ausziehen. Es war GOTT sogar so wichtig, dass er seine Cherubin (Leibgarde, Engel) vor dem Tor aufstellte, um sicher zu gehen, dass keiner mehr zurückkehren konnte, nicht einmal heimlich.

 

Gehen wir mal davon aus, dass es sich um einen Tatsachenbericht handelt und tun wir mal alle bedeutungsschwangeren religiösen Erklärungen beiseite. Es gab also diesen Garten hier auf der Erde. Die Geschichte beschreibt sogar genau den Standort mit vier Flüssen, von denen zwei als die großen Ströme Euphrat und Tigris noch heute bekannt sind. Und dieser Garten von GOTT, sein Garten Eden, ist kein natürliches Biosphärenreservat, indem die Natur sich frei entfalten kann, es ist ein botanischer Garten mit bewusst ausgesuchten Pflanzen und Tieren. Und ein ganzes Team von menschlichen Gärtnern hat vermutlich jede Menge zu tun, diesen Garten in Ordnung zu halten. Sie arbeiten nackt und das ist für GOTT und seine Engel auch in Ordnung so, vielleicht hat es ihnen sogar den Aufenthalt dort zusätzlich versüßt. Der Garten diente wie alle Gärten dem gesamten Hofstaat zum Lustwandeln, Erholen und Erfrischen. Oder vielleicht auch nur GOTT alleine und die Engel waren nur seine Leibwache.

 

Das klingt für mich allerdings eher wie eine Szene aus dem Leben Ludwig XIV. Viele Herrscher dieser Erde ließen sich Gärten nach ihrem Geschmack anlegen. Es gehörte auch einfach zu ihrem Pomp und ihrer Pracht. Vor allem aber demonstrierte es ihre Macht. Doch wir halten auch fest: Es geht hier nicht um irgendeine geschichtliche Figur, es geht um den GOTT, der im Mittelpunkt aller drei monotheistischen Weltreligionen und ihren Absplitterungen steht und den Millionen Menschen weltweit anbeten! Und dieser Vorfall lieferte auch die wesentliche Begründung dafür, die zukünftigen patriarchalen Herrschaftsstrukturen zu legitimieren und die Menschen zu bevormunden und zu beherrschen. Und ihnen das damit zu erklären, dass sie per se in Sünde geboren wurden (die Erbsünde genannt) und nun bitten und hoffen und glauben mussten, dass GOTT ihnen gnädig sei. Sie mussten sich an alle Regeln halten und waren doch eigentlich Staub zu Füßen Gottes. Das betont GOTT auch noch einmal ausdrücklich in seinem letzten Satz an die Menschen bei ihrem Rauswurf: „Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“

 

Für GOTT waren die Menschen nichts als Erde, also Staub oder Dreck. Abgesehen davon, dass hier deutlich wird, wie wenig Gott seine Geschöpfe liebt, ist dieser Satz nur zu verstehen, wenn man den Zusammenhang zu dem zweiten Baum herstellt, denn der rauswurf sollte ja vor allem verhindern, dass sie auch noch vom zweiten Baum essen.

 

Das ganze Tamtam rund um Schuld und Scham ist nur ein Verwirrspiel, um davon abzulenken. Was dieses essen vom zweiten Baum für Folgen hätte haben können, dazu kommen wir später. Der Fluch allerdings war sehr real und den muss man ernst nehmen. GOTT hat eiskalt alle seine Gärtner samt Familien in der Wildnis ausgesetzt, ohne ihnen irgend etwas mit auf den Weg zu geben, wie man da überlebt. Der war offenbar sauer und es war ihm egal, was mit diesen Männern, Frauen und Kindern weiter passierte, ob sie da draußen überlebten oder nicht. Gut, ein paar Fellkleider hat er ihnen nähen lassen, da hat es ihm vielleicht schon wieder leid getan.

 

Das erste Missgeschick war passiert, die Menschen hatten von dem Baum gegessen, der ihre Intelligenz und ihr Bewusstsein weckte. Jetzt musste alles getan werden, damit die Menschen auf keinen Fall auch noch so werden wie Gott. Genauer gelesen: „und lebe ewiglich!“ Denn mal ehrlich: Die Schlange hatte doch recht behalten, was diese Frucht betraf. Eva, die sich zuerst getraut hatte davon zu essen, war nicht daran gestorben. Und Adam auch nicht. Stattdessen haben sie ein eigenes, individuelles Bewusstsein erlangt, eine neue Bewusstseinsstufe. Und genau die wird ihnen dann ermöglicht haben, in der Wildnis zu überleben und die ersten Kulturen zu entwickeln.

 

Wenn die Schlange also mit dem einen Baum recht hatte, musste doch auch etwas an der Geschichte mit dem anderen Baum dran sein, oder? Hast du dich nie gefragt, was passiert wäre, wenn die beiden auch noch von dem anderen Baum gegessen hätten? Und es war Eva, die so mutig war, der Menschheit im Garten Eden die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis abzuholen, halten wir das mal fest!Eva steht hier für alle Frauen, die nach ihr kamen. Die hätte uns auch noch das vom anderen Baum vererbt! Doch so muss ich kommen, viele Jahrtausende später, und euch die Frucht des anderen Baumes nachreichen: Hier ist mein Apfel. Und ich teile ihn gern.

 

Draußen in der Welt

Als mein neuer Drache mit unserer Buchidee das erste Mal vorbeikam, ging es da draußen in der Welt grade auch wieder um Gotteskrieger, und wie viele andere fragte auch ich mich, ob es da eine Instanz über uns gäbe, die helfen, einschreiten und das Drama endlich beenden könnte. Sollte ich zu ihm beten? Ich wollte endlich Frieden auf der Welt! Und ich wünsche mir, dass alle miteinander gedeihen, Menschen, Natur und Erde. Genug ist genug! Wie lange wollte Gott da noch zusehen? Es wurde doch Zeit! Aber hatte Gott sich jemals eingemischt, und wenn er es täte, auf welcher Seite stände er? Oder hat er immer schon mitgespielt und wir haben es nicht bemerkt?

 

Ich spreche hier im Zusammenhang von Frieden und Beten von 'Gott' und nicht von 'GOTT', weil ich da zwei ganz unterschiedliche Instanzen wahrnehme, die beide in der Bibel auftauchen. Martin Luther war ein großer Genius, der damals die Menschen befreite aus einer engen und dunklen mittelalterlichen Vorstellung von Religion. Luthers wichtigste These war: Jeder hat in sich selbst eine Verbindung zu Gott, er braucht keine Mittelsmänner da draußen. Luther dachte dabei an alle, die die Bibel auslegten, wie es für sie gerade günstig war, und die den Gläubigen dann das Blaue vom Himmel erzählten. Vor allem aber wetterte er gegen den Ablasshandel. Die einfachen Leute hatten auch keine Chance, selbst das Buch der Bücher zu lesen. Alles wurde ihnen von der Kanzel nacherzählt. Und weil er wollte, dass jeder selbst das heilige Buch lesen können sollte, setzte sich dieser mutige Ketzer jahrelang daran, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen. Er warf auch alle Heiligenstatuen raus aus den Gotteshäusern mit der Behauptung, alle Menschen seien bereits heilig, auch da brauche man keine Anbetung oder Vermittlung durch ganz besondere Menschen.

 

In diesem Sinne fühle ich mich immer noch als evangelischer Protestant, obwohl ich aus der Kirche schon lange ausgetreten bin. Ich tat dies, weil ich Luther in diesem Punkt noch ernster genommen habe: Dass es nichts zwischen dieser Schöpfungsinstanz in meinem Inneren und mir geben sollte. Auch kein Buch und keine netten Interpretationen von der Kanzel. Ich brauche auch niemanden, der mich vor Gruppen warnen muss, die noch nicht eine genügend große Anzahl an Mitgliedern erreicht haben, um sich Weltreligionen nennen zu dürfen. Für die Großen wird dann sogar die Kirchensteuer eingezogen, für die kleinen Gruppen nicht. Ich fand es immer schon witzig, dass genau diese Großen dann auch noch Sektenbeauftragte abstellten gegen ihre Konkurrenz. Dabei las ich schon im Religionsheft meiner Schüler über Sekten, dass man sie daran erkennt, dass sie sich hierarchisch gliedern und einer an der Spitze verkündet dann die Wahrheit. Ich fragte meine Kollegin daraufhin vergnügt, ob sich der Papst schon bei ihr gemeldet habe und ihr die Erlaubnis entzogen, so etwas in katholischer Religion zu vermitteln. Oder hatten die Kinder es nicht einmal gemerkt, dass sie sich mitten in der weltweit größten Sekte bewegen?

 

Du merkst, wir müssen über Gott reden. Und ich will dieses Alles-Was-Ist mal weder Gott noch Allah nennen, denn in diesem Namen sind schon viele grausamen Dinge passiert. Ich nenne dieses allumfassende liebende und nährende Wesen, dem wir unsere Existenz verdanken, das wunderbare, schöpferische Universum oder die Quelle allen Seins. Die meisten Menschen kennen dieses Gefühl von erhabener Großartigkeit und staunender Ehrfurcht und Liebe zu der ganzen Schöpfung, es hat sie vielleicht ergriffen bei der Betrachtung des Sternenhimmels oder des Grand Canyon. Und sie erlebten eine ganz große Verbundenheit mit allem was ist. Seitdem wissen sie, dass es da mehr gibt, eine erste Ursache, die Quelle allen Seins.

 

Und vor dieser verneige ich mich ausdrücklich in großer Dankbarkeit und Zuneigung, ich fühle mich innig mit ihr verbunden, getragen und genährt. Ich empfinde sie als umfassende Liebe und grenzenloses Urvertrauen. Wenn ich in sie eintauche, bin ich Zuhause. Ich verdanke ihr alles. Und ihr widme ich dieses Buch.

 

Die Evas der Welt

Den Evas der Welt wird nachgesagt, dass sie zu neugierig sind und sich viel leichter verführen lassen (z. B. von der Schlange). Auf diesem Vorwurf basiert bis heute noch vielerorts die Unterdrückung der Frauen und Kinder und ihre Unterordnung. Mit der Erbsünde der Eva (den Apfel zu essen und auch noch dem Adam zu reichen) wird die Wertlosigkeit der Frau in patriarchalen Strukturen und Weltreligionen bis heute erklärt. Nun, ich bin eine Frau. Und schon als ich die Geschichte vom Garten Eden des erste Mal in der Bibel las, damals im Konfirmandenunterricht, war mein erster Impuls: Schade, dass die beiden von Gott gestört wurden und dass sie nicht noch mehr (vom Baum der) Erkenntnis gefuttert hatten. Und was mich noch viel mehr interessiert hätte: Was wäre eigentlich passiert, wenn die beiden überhaupt nicht erwischt worden wären und sie hätten sich auch noch über die Früchte des anderen Baumes hermachen können? Wären sie dann unsterblich geworden?

 

Ich sah einfach keinen Sinn in ihrem Gehorsam. Und geplant war das mit der Weckung unseres Verstand ja auch nicht, den ersten Apfel hätten sie ja auch schon nicht essen sollen. Doch nun war das Malheur passiert, und die Menschen begannen, ihren Verstand zu entwickeln und zu nutzen, um sich selbst zu erkennen und auch dem Geheimnis des Lebens auf die Spur zu kommen. Wir sollten das nicht, unsere Ahnen sollten eigentlich die unbewussten Gärtner dieses GOTTES bleiben. Und sie hätten ewig im Garten Eden leben können!

 

Was machen wir jetzt daraus? Die Menschen wurden neugierig und klug, weil sie von dieser Frucht im Garten Eden gegessen hatten! Sie begannen sich zu entwickeln. Aber bitteschön, dann sollten sie wenigstens wieder bei Null anfangen, GOTT wollte sie nicht mehr weiter versorgen. Heute finden wir unseren Wissensdurst und unsere Neugier ganz menschlich. Wer wären wir ohne diese Eigenschaften? Menschen sind doch keine kleinen Spielzeuge oder hörige Marionetten eines absolut herrschenden Gottes oder seiner Vertreter auf Erden! Das passt niemals zu meinem Wissen und Fühlen dieser allumfassenden, liebenden Quelle! Tief in mir drin weiß ich, dass diese Quelle ausschließlich mein Gedeihen im Sinn hatte. Die wäre niemals so mit mir umgegangen! Nein, nein, ganz gewiss nicht. Das ganze menschliche Naturell lehnt sich doch auf gegen jegliche Fremdbestimmung. Doch dass es da noch mehr gab im Garten Eden und wir die Chance verpasst haben und dafür auch noch verteufelt und aus dem Garten geworfen wurden, muss ja nicht bedeuten, dass sich das nicht nachholen ließe!

 

Geschichte wird immer vom Sieger geschrieben, das ist beim Garten Eden nicht anders. Ich glaube dennoch, dass selbst die verdrehten Überlieferungen im Kern eine wahre Geschichte enthalten. Was ist also die wahre Geschichte dahinter?

 

Ich will sie sie dir nun so erzählen, wie sie mir von meinen Drachen zugetragen wurde. Ich selbst fand ihre Erklärungen einleuchtend: Unsere Götter oder GOTT und seine Engel oder Heerscharen (er hatte ein Heer?) hatten tatsächlich einen Garten erschaffen, einen botanischen Garten und Zoo zum Lustwandeln. Und wie meine Drachen behaupten, diente der Garten zusätzlich als lebende genetische Bibliothek, um weitgehendere Züchtungen vorzunehmen. Als Gärtner setzten sie ihre besonders intelligenten Sklaven ein, die sie Lulus nannten und die sie eigens zu diesem Zweck genetisch erzeugt und gezüchtet hatten. Ein Lulu war gerade so intelligent, dass er als Gärtner einfache Arbeiten verrichten konnte, aber nicht bewusst genug, um über sich selbst und das Leben nachzudenken und sich gegen die Befehle aufzulehnen. Eine Vorstufe von Mensch also, der den Drachen in absolutem Gehorsam diente.

 

Und das war auch meine erste Kröte, die ich schlucken musste: GOTT und seine Heerscharen waren nach ihren eigenen Angaben Drachen, also geflügelte Wesen mit Schlangen- oder Reptilienhaut, die aufrecht gingen und ansonsten den Menschen ähnlich sahen. Und während sie ihre Lulus vor allem für die schweren Arbeiten benutzten, die sie selber nicht tun wollten, genossen die Stammeltern Adam und Eva ein privilegiertes, besonders langes und sorgenfreies Leben im Garten Eden. Sie durften mit Gott wie im Paradies leben. Aber sie wurden nicht wirklich ernst genommen oder respektiert in ihrer Würde. Sie waren eher Schauobjekte, die man als Musterexemplare und Erste ihrer Art von der Plackerei relativ freigestellt hatte. Die andern Lulus verrichteten im gleichen Garten die schweren Arbeiten als Gärtner, denn so ein botanischer Garten ist viel Arbeit.

 

Nach Auskunft meiner Drachen erkannten Adam und Eva, als sie die Frucht vom Baum der Erkenntnis aßen, dass sie selbst keine Tiere waren, denn sie sahen GOTT viel ähnlicher als den anderen Tieren. Sie erkannten auch nur deshalb, dass sie nackt waren, weil GOTT und seine Engel sich bekleideten und schmückten als Ausdruck ihrer Kultur. Wenn du erkennst, dass du GOTT ähnlich siehst, möchtest du auch in der Kleidung dazugehören oder? Zumindest merkst du, dass es unpassend ist, nackt herum zu laufen! Im Wesen müssen diese erste Menschen wie kleine Kinder gewesen sein. Wenn ein Kind entdeckt, dass es nackt ist, dann wird es sich selbst bewusst. Adam und Eva erkannten vermutlich auch, dass sie eben keine Götter waren, sondern sogar schlechter als die Tiere gehalten wurden, denn nur die Lulus mussten im Garten hart arbeiten, Tiere nicht. Die beiden sahen wie alle anderen Lulus aus, die überall die Arbeit verrichteten. Und die anderen Lulus lebten nicht in paradiesischen Zuständen! So bekamen sie Angst, nun ebenfalls als Sklaven behandelt zu werden und sie versteckten sich. Aber doch nicht aus Scham! Sie hatten Angst vor diesem Allmächtigen und dass er sie jetzt umbringen würde! Denn so konnte man sein Verbot doch auch auslegen: Wenn ihr davon esst, bringe ich euch um!

 

Und nur um zu verhindern, dass ihre Selbsterkenntnis weiter fortschreiten würde und sie auch noch vom Baum des Lebens äßen und das ewige Leben der Götter erlangen würden, warf GOTT sie ganz aus dem Garten Eden. Immerhin brachte er sie nicht um und schickte sie nicht als Sklaven in die Bergwerke, sondern überließ sie nur da draußen ihrem Schicksal, ein Experiment zum Überleben. So wie Menschen heute versuchen, fast ausgestorbene Tiere im Zoo zu züchten und dann wieder auszuwildern. Nur verfluchen diese Tierschützer ihre Lieblinge nicht auch noch derart übel. Bei einem im Zoo gehaltenen Tier würde man also von Auswilderung sprechen. Und mehr bedeutete diese Angelegenheit auch nicht für Gott. Gut, er bedauerte vielleicht noch, seine besten Ausstellungsstücke im Zoo verloren zu haben. Sollten die beiden doch sehen, wie sie ohne ihn überlebten, undankbares Pack!

 

Halten wir fest: Die Schlange im Garten Eden hatte Eva gelockt, die Frucht vom Baum der Erkenntnis von gut und böse zu essen und als Eva das tat und Adam auch, waren sie im Garten nicht mehr geduldet. Man wollte verhindern, dass sie auch noch vom Baum des Lebens äßen und gar selbst wie die Götter würden, also unsterblich, wo sie jetzt schon mal über die Gabe verfügten, sich so ihre eigenen Gedanken zu machen, statt einfach nur brav zu dienen.

 

 

Drachen und gefiederte Schlangen 

Drachen und fliegende gefiederte Schlangen kommen weltweit in vielen Schöpfungsmythen vor. Sie werden in fast allen Traditionen mit Göttern in Verbindung gebracht, die ganze Kulturen gestiftet und Dynastien begründet haben. Die chinesischen Kaiser (Himmelssöhne) brüsteten sich sogar damit, von Drachen abzustammen. Nur in der jüdisch-christlichen Tradition wird der Drache mit dem Bösen in Verbindung gebracht und diverse Heilige als Drachentöter verehrt. Das ist doch ein seltsamer Widerspruch der Traditionen! Doch was wäre, wenn diese Überlieferungen alle recht hätten und eine einzige Geschichte erzählen, nur aus ganz verschiedenen Perspektiven, die überall auf der Erde passierte und in der Drachen eine Rolle spielten? Weltweit haben sich die Herrschenden gleichzeitig immer gerne mit den Drachen und Schlangen identifiziert, die Priester, die Kaiser und Könige. Keiner sonst hätte sich das getraut. Das gemeine Volk kam nicht einmal in die Nähe solcher Tempel, Paläste oder anderer Gärten Eden. In China, wo man heute den Drachen für ein Glückssymbol hält, war das doch nicht viel anders: Der einfache 'Adam' aus dem Volk und seine Frau durften doch auch nicht mucken, das waren Sklaven.

 

Auch in der biblisch-christlichen Tradition müssen die Drachen als Wasserspeier auf Kathedralen sitzen, kommen ins Wappen mächtiger Könige und man macht auch sonst viel Aufhebens um sie und ihre heldenhaften Drachentöter. Auch hier soll nur das gemeine Volk sich ja nicht mit dem Drachensymbol identifizieren! Schreit das nicht förmlich danach, zu schauen, was damit los ist? Man kann die Garten-Eden-Geschichte auch anders sehen. Was wäre, wenn es da bei GOTT und seinen Engeln (christliche Terminologie) oder unter den hierarchisch gegliederten Götterfamilien (andere Kulturen) einzelne gegeben hätte, die nicht mit der Versklavung und Ausbeutung der Menschheit (der Adams und Evas) einverstanden gewesen wären. Könnte die Schlange (in manchen Überlieferungen hat sie Beine und steht aufrecht, reden kann sie ja sowieso) nicht eigentlich etwas sehr Gutes im Sinn gehabt haben? Wollte sie die Menschen vielleicht aus der Sklaverei des göttlich angeordneten blinden Gehorsams befreien?

 

Denn wir fühlen uns in der heutigen Zeit doch auch ganz wohl auf dem Baum der Erkenntnis. Wir wollen wissen statt nur zu glauben. Wir forschen, wir lernen. Ich zum Beispiel kann überhaupt nicht glauben und verehren, das liegt meinem Wesen ganz fern. Die Frage ist also: Was wäre passiert, wenn Adam und Eva auch noch von dem anderen Baum gegessen hätten? Und genau das habe ich auch meine Drachen gefragt, die mit mir zu reden begannen, nachdem ich sie gefilzt hatte. Es mag dir etwas seltsam vorkommen, dass ich mit Filztieren rede, aber wenn du mehr darüber wissen willst, möchte ich dich auf mein Buch verweisen 'Mein Drache frisst gern Pizza'. Da ist auch der Weg der Selbsterkenntnis als der innere Drachenweg genau beschrieben.

 

Es hat mich mehr als schockiert, als mir meine Drachen so nach und nach in immer mehr Details eröffneten, welche Rollen die Schlangen und Drachen in unserer Geschichte wirklich gespielt haben und was da tatsächlich passierte. Doch wem sollte ich glauben? Konnte ich das glauben? Ich war so erschüttert, dass ich ein Jahr lang nicht mehr mit ihnen geredet habe. Die Indoktrination unserer Kultur und Gesellschaft war zu stark in mir, obwohl ich nicht einmal in einem tiefen Glauben sondern nur formal christlich erzogen wurde. Ich hatte doch nur in meiner Kirche die spirituellen Wahrheiten zuerst gesucht.

 

 

Der zweite Apfel

 In diesem Buches möchte ich dir am Ende auch noch den zweiten Apfel reichen, dann habe ich dir alles erzählt, was du wissen musst, um unsterblich zu werden und dich von fremdbestimmten Arbeits- und Lebensbedingungen zu befreien - angstfrei, bewusst und in Liebe. Wäre das nicht ein besseres Leben? Doch bitte ich dich um eines: Halte durch, auch wenn dir unterwegs unglaubliche Behauptungen begegnen. Denn die Methoden der Unterdrückung und Ausbeutung der Nachkommen der Lulus haben sich nur immer weiter verfeinert und wurden deren jeweiligen Bewusstseinsstufe ständig angepasst. Heute leben immer noch fast alle Lulus in einer Matrix der Fremdbestimmung und Ausbeutung, selbst wenn sie sich nicht mehr versklavt fühlen. Die Lenkungsinstrumente der Drachen wurden immer weiter verfeinert, das ist alles. Und natürlich ist dir längst klar, wer die Lulus sind: Unsere Vorfahren. Seit dem Sündenfall hatten Menschen allen Grund, sich vor diesem GOTT zu fürchten und das hat sich in ihrer genetischen Erinnerung so eingeprägt, dass wir, wenn wir GOTT und sein Gefolge heute persönlich zu Gesicht bekämen, sofort wüssten, das ist nicht Gott, das ist etwas ganz anderes. Seitdem gab es nur immer ganz wenige, die ihn zu Gesicht bekamen. So benutzte er dann lieber ein brennender Dornbusch oder eine Lichtsäule.

 

Und meine Drachen erklärten mir, dass diese Matrix heute stärker und dichter und wesentlich kontrollierender in unser Leben eingreift als damals bei den Lulus im Garten Eden. GOTT und seine Engel haben um uns eine künstliche Matrix gebaut, die immer weiter verfeinert und unserer jeweiligen intellektuellen Entwicklung angepasst wurde, um uns noch raffinierter und undurchsichtiger einzuspinnen. Natürlich versucht man dir dann auch alles auszureden, was dich aus der Matrix aussteigen ließe, es wird dir als eine dumme Verschwörungstheorie ausgeredet. So konditioniert von der Matrix, kannst du vermutlich auch dieses Buch nicht lesen, ohne dich über meine Verschwörungstheorie aufzuregen. Das sollst du auch. Du sollst mir nicht glauben. Du sollst möglichst mit nichts in Berührung kommen, das dich aus der Matrix befreien könnte. Doch warum solltest du überhaupt irgend etwas glauben? Oder auf etwas vertrauen? Oder dich führen lassen? Wer führt dich da grade? Du siehst, ich bin eine Frau. Ich bin eine Eva. Und die waren immer schon so.

 

 

Die Drachenkultur

Und das ist, was mir meine Drachen über ihre eigene Kultur erzählten haben: Drachen lebten einmal vor langen Zeiten auf einem anderen Planeten dieser Galaxis. Sie waren von großer Statur, wesentlich größer als Menschen, und gingen aufrecht. Sie waren intelligent und konnten auch fühlen. Sie lebten in einer großen, hierarchisch aufgebauten Gesellschaftsform, in der Familienclans den Ton angaben. An der Spitze ihrer Gesellschaft herrschte ein einziger Drache und gab seine Macht immer innerhalb seiner eigenen Familie weiter. Man könnte die Staatsform also mit Fug und Recht als eine absolute Monarchie bezeichnen.

 

In ihrem Naturell waren alle Drachen ganz besonders interessiert an Ritualen und Numerologie, jedoch so richtig besessen waren sie von ihrer genetischen Erblinie, und die war ihnen so kostbar, dass sie alles daran setzten, sie möglichst unverfälscht und rein weiterzugeben. Inzest gehörte selbstverständlich zu ihrem Leben, man sah ihn als sinnvolle Bereicherung der genetischen Struktur dieser Erblinien an. Natürlich ahmten auch bedeutende und weniger bedeutende Drachen in den untergeordneten Rängen dieses Gebaren nach. Alle waren im gesellschaftlichen Verkehr, vor allem jedoch beim Erzeugen von Nachwuchs, immer darauf bedacht, standesgemäß zu handeln und sich möglichst in der Hierarchie nach oben zu entwickeln. Unstandesgemäße Verbindungen, die dann auch noch Nachwuchs erzeugten, kamen zwar ständig vor, aber der Nachwuchs wurde niemals legitimiert und sank in der Hierarchie als Bastard meistens noch tiefer nach unten als der nachrangige Elternteil. Allerdings gab es da Ausnahmen. Manchmal zeigten sich nach Generationen von Bastarden in der genetisch verwässerten Linie wieder völlig reinrassige Merkmale in einem einzigen Individuum. Dieses erhielte Macht und Position in der Hierarchie und stieg die gesellschaftliche Leiter sogar von ganz unten sehr schnell hinauf. Doch es musste sich auch gegen alle Intrigen durchsetzen können, die einem Emporkömmling so entgegenschlugen. Das war die Aufnahmeprüfung.

 

Du wirst bereits gemerkt haben, dass dieses Verhalten unserem heutigen Denken als Menschen völlig unverständlich und fremd erscheint. Denn schon die Grundrechte, auf die wir uns international geeinigt haben, sagen, dass alle Menschen gleich und frei sind. Und dass deshalb natürlich auch unsere Genetik für unsere Karriere und Partnerwahl keinen Unterschied machen sollte. Chancengleichheit heißt dieses Recht, das für alle Hautfarben und auch für alle anderen Unterscheidungsmerkmale in einer Gesellschaft gilt. Es will uns auch überhaupt nicht in den Kopf, warum die Drachen so besessen von ihrer Genetik waren, deshalb will ich versuchen, es dir zu erklären.

 

Bei Drachen war die Genetik ganz anders. Drachen besaßen ganz unterschiedliche Merkmale. Die einen hatten große Hörner, die anderen kleine. Sie hatten ein Riesengeweih oder nur ein paar Spitzen. Sie hatten einen, zwei, drei oder keine Dornen an der Schwanzspitze, um den Schwanz als Waffe zu benutzen. Sie hatten scharfe Zacken auf ihrem Rücken oder auch nur sanfte Hubbel. Auch die Farben von Zacken und Körper spielten eine Rolle. Die Farbe ihrer reptilienartigen Schuppen konnte je nach überwiegend typischen Temperament von giftgrün, stechendem Gelb, schmutzigem Blau oder aggressivem Rot bis hin zu braun, rosa, hellblau und sonnigem Gelb reichen. Letztere waren dann die sanfteren Genossen, die wurden verachtet und standen ganz unten in der Hackordnung. Dazu kamen eine verschiedene Anzahl von Zehen bzw. Krallen.

 

Aber am Erstaunlichsten war, dass mit diesen körperlich wahrnehmbaren Unterscheidungsmerkmalen auch mentale, emotionale und psychische Fähigkeiten einhergingen, die du dir nicht einmal im Traum vorstellen kannst, sie lagen wohl miteinander auf dem gleichen Chromosom. Und dann halte dich fest: Sie hatten manchmal sogar drei Augen! Zwei so angeordnet wie bei uns Menschen und ein drittes Auge in der Mitte der Stirn. Dieses Auge war etwas ganz Besonders. Damit konnten sie andere Wesen mental scannen und ihre Stärke im Kampf einschätzen. Und in der Herrscherfamilie und nur da war die Kraft dieses dritten Auges so groß, dass es sein Gegenüber sofort töten konnte. Dieser Blick konnte töten! Und wenn ein Drache aus der Herrscherdynastie sehr wütend wurde, tat er das immer, selbst aus Versehen. Genau diese vererbbare Fähigkeit hatte die Dynastie auch an die Spitze der Drachengesellschaft gebracht. Man durfte sie nämlich nicht wütend machen.

 

Und natürlich konnten auch noch fast alle anderen Drachen zumindest die Gase, die sich in ihrem Bauch angesammelt hatten, entzünden, während sie diese aus ihrem weit geöffneten Maul raus rülpsten. Doch auch beim Feuerspeien galt: Je größer der erzeugte Flammenstoß, für umso genialer wurde das Erbgut des Drachen angesehen.

 

Da alle diese Eigenschaften bei den Drachen rein genetisch bedingt waren und nur wenig mit Lernen, mit Erfahrung sammeln oder mit Wachsen und Gedeihen zu tun hatten, waren die Drachen auch nicht motiviert, innerlich zu wachsen oder dazu zu lernen. Wozu? Es war doch schon vorherbestimmt, wo sie in der Gesellschaft stehen würden und was sie zu tun hatten. Wenn überhaupt, lernten sie alleine durch Nachahmung der entsprechenden gesellschaftlichen Positionen. Etikette war ganz wichtig.

 

Meine Drachen erzählten mir auch, dass alleine das blaue Blut über den Rang und die Zukunft in der Gesellschaft entschied. Sie nannten ihr blaues Blut natürlich nicht so, sie hatten ja ihre eigene Sprache, diese Bezeichnung gaben ihm erst Menschen, die einen Drachen bluten sahen. Denn in der Atmosphäre der Erde, die viel mehr Sauerstoff enthält als die Atmosphäre ihres eigenen Planeten, färbte sich ihr Blut sofort nach Austreten an der Luft etwas bläulich. Das lag an einem höheren Kupferanteil, der oxidierte. Je blauer das Blut, desto höher stand dieser Drache in der Rangordnung, und das war das Wichtigste überhaupt für einen Drachen: Die Rangordnung in der Hierarchie. Seinen Staat hatte der Imperator so gut durchorganisiert, dass jeder genau wusste, wo sein Platz in der Befehlskette war. Und jeder Einzelne musste seinen Stammbaum über die männliche Linie, so weit es ging, ehrbar zurück verfolgen können. Sonst kam er in den Verdacht, dass da zum Beispiel vor zehn Generationen ein Bastard dabei war.

 

Nach und nach kolonialisierten die Drachen auch andere Planeten, bis ein großes Imperium entstand. Einzelne Teile des Imperiums wurden von den Söhnen des Tyrannen-Drachen verwaltet. Diese Stellvertreter hatte dafür zu sorgen, dass der Strom an Lebenskraft, den sie neben Gold und anderen wertvollen Rohstoffen auf ihren Planeten ernteten, niemals abriss. Lebenskraft wurde als ein besonders kostbarer Rohstoff betrachtetn das bald gegenüber den materiellen Reichtümern in den Hintergrund trat. Jeder der Planeten ihres Imperiums wurde für die Bedürfnisse der Drachen ausgebeutet. Auch waren sie ausgezeichnete Raumfahrer und Technologen. Und bei ihrer Besessenheit darfst du dreimal raten, welche Forschungen sie vor allem vorantrieben: Natürlich brachte ihre Zivilisation auch die besten Gentechniker hervor!

 

Wie herrschten sie nun über ihre vielen kolonialisierten Planeten? In diese Forschung hatten sie nach Auskunft meiner Drachen ebenfalls viel Geld investiert, es war die Wissenschaft der Nutztierhaltung. Denn egal, wie intelligent und entwickelt die Wesen auf einem unterjochten Planeten auch waren, die Drachen warfen sie mit Tieren in einen Topf, mehr Bedeutung gaben sie ihnen einfach nicht.....

 

Ende der Leseprobe